Schon die Überschrift des sehr lesenswerten Artikels auf dem Portal uebermedien.de amüsiert: „Journalisten sind linker und grüner als die Bevölkerung. Ist das ein Problem?“ Reflexartig will man zustimmen, kennt man als gut informierter Bürger doch die Blüten, die diese ideologische Schieflage in der Berichterstattung treibt.

Erst kürzlich schilderten wir an dieser Stelle 10 Beispiele aus öffentlich-rechtlichen Sendungen, bei denen Politiker von Linken, Grünen und SPD als einfache Passanten bzw. Demonstranten dargestellt und interviewt wurden, ohne deren Parteizugehörigkeit für den Zuschauer deutlich zu machen. Verräterisch!

Die von Übermedien analysierte Studie des „Sozio-ökonomischen Panels (SOEP)“ zeigt ebenfalls eine klar linke Schlagseite auf. Die Kernbotschaft lautet: „Verglichen mit der Bevölkerung neigen Journalistinnen und Journalisten deutlich weniger der Union und stärker den Grünen zu.“

Der Übermeiden-Autor Tanjev Schultz macht sich ehrlich: Selbst wenn Grünen-Anhänger den Befund unproblematisch finden sollten, lässt sich „der Verdacht einer Parteinahme nicht so einfach abtun“. Die persönlichen Vorlieben der Journalisten fließen zum Teil in „subtiler Form“ in die „Auswahl von Themen und Gesprächspartnern“ ein – wenn sie nicht gleich plakativ zur Schau getragen werden.

Schon vor Jahren sorgte eine Umfrage unter Volontären der ARD für Aufsehen. Das Ergebnis war damals auffallend linkslastig: 57 % Grüne, 23 % Linke, weniger als 5 % CDU. Nun zeigt eine aktuelle Studie ein ähnliches Bild.

Gefragt wurde in der SOEP-Studie ganz konkret: Welcher Partei neigen Sie zu? Die Antworten: 29 Prozent wählen Grün. Die Union erhielt nicht einmal 5 Prozent der Stimmen.

Die Analyse des Portals Übermedien schließt mit der Erkenntnis, dass „die Stärke der Grünen in der Berufsgruppe beachtlich“ sei. Merkwürdig: Die AfD taucht in der Studie überhaupt nicht auf – als gäbe es sie nicht!